Gastbeitrag und Erfahrungsbericht der Haldimann AG, initial publiziert in deren Hauszeitung „DER ReCYCLER“, Novemberausgabe 2019

Umweltfreundlich, kraftvoll – elektrisch halt

Nach zwei Jahren Alltagsbetrieb sind die Verantwortlichen der Haldimann AG, Chauffeure und Auflader vom Futuricum 26E nach wie vor begeistert. Sehr komfortabel, leise und absolut alltagstauglich verrichtet das vollelektrische Einsammelfahrzeug zuverlässig seinen Dienst.

Seit Herbst 2017 ist er nun im alltäglichen Betrieb, der Futuricum 6×2, unser vollelektrisches Einsammelfahrzeug. Leise, kraftvoll, umweltfreundlich. So, wie man sich eben alternative Fahrzeuge wünscht.

Die Pioniertat der Haldimann AG darf durchaus auch als eine Art Mutprobe verstanden werden. Mit dem Futuricum Collect 26E hat die Firma Neuland betreten und zusammen mit der Entwicklungs- und Konstruktionsfirma Designwerk Products GmbH in Winterthur das erste vollelektrische Einsammelfahrzeug auf die Strasse gebracht (siehe dazu den Beitrag in unserer Hauszeitung vom November 2017).

Er läuft und läuft und läuft

Was früher für einen Personenwagen aus deutscher Produktion galt, hat sich beim Futuricum als genauso richtig erwiesen. Wenn er auch erst seit zwei Jahren in Dienst steht, hat dieser LKW doch bewiesen, dass auch der tagtägliche Einsatz ohne nennenswerte Probleme möglich ist.

Die grosse Zuverlässigkeit und die als sehr angenehm empfundene Arbeitsumgebung erfreuen nicht nur den Geschäftsführer Christian Haldimann, sondern sämtliche Mitarbeitenden, die mit dem Fahrzeug zu tun haben. Sowohl Chauffeure wie Auflader profitieren vom äusserst niedrigen Geräuschpegel während der Arbeit. Von Lärm kann schon gar nicht gesprochen werden!

Unisono lautet der Tenor bei allen: „Das Fahrzeug ist sehr leise, verursacht weniger Unterhalts- und weniger Energiekosten“. Insgesamt ist damit seitens des Gesundheitsschutzes wie auch der Arbeitssicherheit ein weiterer grosser Schritt getan.

Chauffeure und Auflader sind vom gebotenen Komfort und vom Zeitgewinn während der Einsammeltouren begeistert. Komfort bedeutet hier keine Abgase und fast lautloses Fortbewegen. Der Zeitgewinn liegt unter anderem darin, dass das Pressen des Sammelguts während der Fahrt erfolgen kann und ohne Extra-Motorenleistung wie bei den herkömmlichen Fahrzeugen.

Eine zukunftsträchtige Investition

Der Trend zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen dürfte sich auch bei den Nutzfahrzeugen fortsetzen. Natürlich muss dabei der jeweilige Einsatzbereich berücksichtigt werden. So spielt die Rekuperation (Rückgewinnung elektrischer Energie beim Bremsen) eine entscheidende Rolle, wie gross der Einsatzradius ausfällt. Eine ökonomische Fahrweise ist deshalb angebracht, ein sanfter Gasfuss sozusagen. Auch die Tourenplanung spielt eine entscheidende Rolle für den Stromverbrauch und damit für die Reichweite.

Eine gewisse Umstellung bedeutet das Elektrofahrzeug für die Auflader, welche die Container und Kehrichtsäcke zum Fahrzeug bringen und hinten auf den Trittbrettern mitfahren. Die rasantere Beschleunigung gegenüber fossil betriebenen Fahrzeugen bedingt für sie eine erhöhte Aufmerksamkeit und vor allem ein gutes Festhalten unterwegs.

Aus technischer und organisatorischer Sicht ergeben sich mit dem vollelektrischen Fahrzeug ebenfalls Vorteile. Das aufgabenspezifische, ständige „stop and go“ bringt mit dem Futuricum täglich eine Zeiteinsparung von rund 45 Minuten gegenüber der Arbeit mit herkömmlichen Einsammelfahrzeugen. Erstaunlich ist auch der festgestellte Minderverbrauch an Reifen.

Ideal für Wohngebiete

Wer so leise auftritt, muss gut aufpassen, dass er auch wahrgenommen wird. Diesen Umstand kennen die Chauffeure des Futuricums gut. Anfänglich dürften sich Fussgänger fast erschreckt haben, wenn neben ihnen – quasi aus dem Nichts – ein orangefarbener Lastwagen aufgetaucht ist. Erhöhte Vorsicht beim Fahren und Manövrieren war und ist daher enorm wichtig, sollen Bevölkerung und Auftrag gebende Kommunen auch zukünftig so positiv zum Einsatz von E-Einsammelfahrzeugen eingestellt bleiben.

Recht rasch hat sich die Bevölkerung aber schon gut an die umweltfreundlichen Leisetreter im Ortsverkehr gewöhnt – und nimmt das vollelektrische Einsammelfahrzeug der Haldimann AG mit Wohlwollen und immer wieder begeistert auf.

Die Stadt Basel, bekannt für ihre ökologischen Zukunftsanstrengungen, hat im März letzten Jahres einen Tag lang den Haldimann-Futuricum im Einsammelalltag getestet. Offenbar überzeugt dieses Fahrzeug in seiner Pionierrolle auch andere. Es soll im Stadtkanton beschlossen worden sein, 20 elektrische Fahrzeuge auszuschreiben.